Zeitung: Erste-Hilfe-Kurs

Donaueschingen
Polizist baut Brücke zu Gehörlosen
21.06.2012
Von PETRA MOLITOR
Neben seinen Hobbys Mountainbiken, Laufen, Motorradfahren und
Angeln gibt der Polizeibeamte Peter Müller seit vier Jahren noch Erste-
Hilfe-Kurse beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Sein Drang nach
Weiterbildung ist groß, da er nicht auf der Stelle stehen bleiben will.
Ideen, wie er den Kurs weiter ausbauen kann, gehen ihm durch den
Kopf.Bei einem Lehrgang letztes Jahr, der das Thema Erste Hilfe für
Behinderte behandelte, lässt ihn der Gedanke, einen Erste-Hilfe-Kurs für
Gehörlose zu geben, nicht los. Bild/Autor: Molitor
Er wollte schon immer die Gebärdensprache lernen, die eine unglaubliche
Faszination auf ihn ausübt. Auch Martina Hauser von der DRK
Donaueschingen, die für die Administration und Organisation der DRK-Kurse
im Kreisverband zuständig ist, ist begeistert von der Idee und gibt grünes
Licht. „Bei meinen Recherchen im Internet bin ich dann auf die
Volkshochschule in Villingen gestoßen, die Kurse für das Erlernen der
Gebärdensprache anbietet“, äußert sich der Bräunlinger begeistert. Nach dem
Absolvieren zweier Kurse à zehn Stunden war es dann soweit. Einzigartig im
kompletten Landesverband Baden, gab Peter Müller bei der DRK in
Donaueschingen ein Erste-Hilfe-Kurs für Gehörlose, an dem zehn Teilnehmer
vom Gehörlosenverein Villingen teilnahmen. „Mit dabei waren auch zwei
Dolmetscherinnen“, erklärt Peter Müller und führt weiter aus: „Mein Ziel ist es
aber, in ein bis zwei Jahren die Kurse selbständig in der Gebärdensprache zu
halten“.
Den Inhalt des Erste-Hilfe-Kurses hat der Ausbilder eins zu eins übernommen,
aber speziell für die Gehörgeschädigten eine neue Konzeption erstellt. So
wurden unter anderem die Teilnehmer sehr zu ihrer Freude in der
Gebärdensprache begrüßt und der Name mit dem Fingeralphabet
buchstabiert. Peter Müller hat sich aber auch in die Lage der
Gehörgeschädigten hineinversetzt, die sich ja, wenn sie in eine Erste-Hilfe-
Situation geraten, nicht verständigen können. Er hat deshalb ein laminiertes
Schriftstück vorbereitet, das ausweist, dass die Gehörgeschädigten in
Erste-Hilfe geschult sind und dass durch Klopfen an deren Schulter signalisiert
wird, dass die Maßnahme Schmerzen bereitet.
Auch für Hörende war der Kurs hochinteressant, so Martina Hauser, die
schauen möchte, wie die Sache noch weiter ausgebaut werden kann. Die
Teilnehmer selbst haben den Kurs sehr gut angenommen, aktiv mitgemacht
und auch signalisiert, dass es Spaß gemacht und der Inhalt auch fachlich gut
rübergekommen ist.
Und welches Resümee hat der gebärdensprechende Ausbilder gezogen? „Es
hat unheimlich Spaß gemacht und es war ein tolles Gefühl, dass ich mit
meinen Gebärden verstanden wurde. Es gibt mir die Motivation,
dranzubleiben, auch wenn ich noch viel lernen muss. Aber der
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Herausforderung stelle ich mich gerne“. Auch für ihn ist das Ganze auf
sämtliche Bereiche ausbaubar. Um das Gelernte aber in der Praxis noch mehr
zu vertiefen, ist Peter Müller auf der Suche nach einem Übungspartner.

Peter Müller mit 2 DGS-Dolmetscherinnen bitte klick auf das Bild weiter und auch schau die "Fotogalerie" an.
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